Forschung im Zoo

Zurzeit untersucht Barbara Kolar von der Universität Duisburg-Essen Schwarzfuß- und Sandkatzen im Zoologischen Garten der Stadt Wuppertal für ihre Doktorarbeit. Mit Hilfe von Videoaufzeichnungen über mehrere 24-Stunden-Perioden dokumentiert sie deren Aktivitätsrhythmus und erforscht, welche Faktoren ihr Verhalten beeinflussen.
Der Fokus ihrer Arbeit liegt bei den Schwarzfußkatzen, die in den letzten Jahren in europäischen Zoos extrem selten geworden sind: seit Anfang 2007 gibt es nur noch 6 Tiere. Dieser Rückgang ist durch zwei Faktoren verursacht worden. Zum einen zeigt diese Katzenart eine hohe Sterblichkeitsrate aufgrund einer Krankheit namens AA-Amyloidosis, die noch nicht hinreichend erforscht ist, aber durch Stress hervorgerufen werden kann. Der zweite Faktor trifft generell für Kleinkatzen in Gefangenschaft zu: sie werden von Besuchern selten aktiv gesehen und daher als weniger attraktiv eingeschätzt. Deshalb halten wenige Zoos Kleinkatzen.

Tigger wurde im Juni 2004 im Zoo Belfast geboren.

Prince Charles wurde im Dezember 2002 in Houdspruit Endangered Species Centre, Südafrika geboren.

Beide Fotos mit freundlicher Genehmigung von Barbara Kolar

Barbara hat erste Ergebnisse über den Aktivitätsrhythmus der Katzen gewonnen, indem sie das Verhalten von mehreren Individuen analysiert hat. Sie hat neun verschiedene Verhaltensweisen beobachtet: auf- und abgehen, laufen, spielen, fressen, sich selbst lecken, aufmerksam sein, ausruhen, schlafen und außer Sicht bleiben. Die Katzen waren hauptsächlich nachts aktiv mit zwei Aktivitätshochs, eins von 3 bis 9 Uhr und das andere von 18 Uhr bis 21 Uhr. Verhaltensweisen wie fressen und sich selbst lecken blieben über die aufgenommene Zeitspanne relativ konstant, während laufen, schlafen und aufmerksam sein die meisten Änderungen in ihren Aktivitätsmustern ausmachten.