Forschung im Zoo

In den Jahren 2006 bis 2012 hat Barbara Hohage von der Universität Duisburg-Essen Schwarzfuß- und Sandkatzen im Zoologischen Garten der Stadt Wuppertal für ihre Doktorarbeit untersucht. Mit Hilfe von Videoaufzeichnungen über mehrere 24-Stunden-Perioden dokumentierte sie deren Aktivitätsrhythmus und erforschte, welche Faktoren ihr Verhalten beeinflussen.

Der Fokus ihrer Arbeit lag bei den Schwarzfußkatzen, die in den letzten Jahren in europäischen Zoos extrem selten geworden sind: seit Anfang 2007 gibt es nur noch 6 Tiere. Dieser Rückgang ist durch zwei Faktoren beeinflusst worden. Zum einen zeigt diese Katzenart eine hohe Sterblichkeitsrate aufgrund einer Krankheit namens AA-Amyloidosis, die noch nicht hinreichend erforscht ist, aber durch Stress hervorgerufen werden kann. Der zweite Faktor trifft generell für Kleinkatzen in Gefangenschaft zu: sie werden von Besuchern selten aktiv gesehen und daher als weniger attraktiv eingeschätzt. Deshalb halten wenige Zoos Kleinkatzen.

Prince Charles wurde im Dezember 2002 in Houdspruit Endangered Species Centre, Südafrika geboren.
Tigger kam im Juni 2004 im Zoo Belfast zur Welt.
Beide Fotos mit freundlicher Genehmigung von Barbara Hohage

Barbara hat das Verhalten von sechs Individuen, darunter einem Mutter-Kind Paar, über insgesamt 248 24-Stunden-Perioden aufgenommen und analysiert. Sie hat neun Verhaltensweisen beobachtet: auf- und abgehen, laufen, spielen, fressen, sich selbst lecken, aufmerksam sein, ausruhen, schlafen und außer Sicht bleiben.

Die Aktivität der Katzen folgte einem bimodalen Aktivitätsrhythmus mit Maxima in den frühen Morgen- und Abendstunden. Zwischen den Aktivitätshöhepunkten war die Aktivität während der Nacht deutlich höher als tagsüber und führte damit zur überwiegenden Nachtaktivität. Durch eine regelmäßige Fütterung traten zwar zusätzliche Aktivitätsspitzen um die Fütterungszeit auf, aber die gesamte Aktivität während der Besuchszeiten blieb gering. Insgesamt verbrachten die Katzen 45-58% ihrer 24 Stunden Tagesperiode außer Sichtweite, schlafend oder ruhend. Alle beobachteten Tiere wiesen zudem die Verhaltensweise Pendeln auf, also das wiederholte Ablaufen fester Wegstrecken meist entlang der Gehegebegrenzung. Interessant ist, dass die Tiere in ihren Gehegen Strecken von 1121 km pro Tag zurücklegten. Damit bewegen sie sich in derselben Größenordnung wie ihre wilden Artgenossen!